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Förderung im Überblick

Die Minna-James-Heineman-Stiftung unterstützt auf dem Forschungsfeld der Life Sciences Projekte, die über die Wissenschaft hinaus auch die internationale Zusammenarbeit fördern. Gefördert wird die Max-Planck-Gesellschaft (MPG), das Weizmann Institute of Science (WIS, Israel) und die Heineman Medical Research Centers (HMRC, USA).

Des Weiteren vergibt die Stiftung zwei Preise. Den James-Heineman-Forschungspreis (gerade Kalenderjahre, 60.000 Euro) erhalten junge Wissenschaftler auf dem Gebiet der Life Sciences. Das Vorschlagsrecht liegt bei MPG und WIS.

Die Akademie der Wissenschaften in Göttingen vergibt in ungeraden Kalenderjahren an Wissenschaftler mit internationalem Ruf den Dannie-Heineman-Preis (30.000 Euro).

Abgerundet wird das Förderprofil der Stiftung durch einige kleinere Vorhaben in der Region Hannover, dem Studienort des Stifters und dem Stammsitz der Stiftung.

Fördervolumen

50.000 bis 500.000 €

Details zur Förderung

Die Kooperation

Den deutlichen Schwerpunkt der Stiftungsaktivitäten bildet die Förderung einzelner Forschungsvorhaben, die in Kooperation von Wissenschaftlern der Max-Planck Gesellschaft (MPG), des Weizmann Institute of Science ( WIS) und/oder des Heineman-Medical-Research Center (HMR) erfolgt. Diese Unterstützung wissenschaftlicher Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen in Israel, den U.S.A. und Deutschland war das Ergebnis der Überlegungen von James H. Heineman, der damit einerseits dem Stifterwillen gerecht wurde als auch andererseits der Tatsache Rechnung trug, dass internationale Zusammenarbeit den notwendigen Schwung verschaffen kann, das Wohl der Allgemeinheit durch biochemische und medizinische Forschung zu fördern.

Gerade auf diesen Gebieten ist der internationale Forschungshorizont und Erfahrungsaustausch heute notwendige Voraussetzung für wissenschaftliche Erfolge. Auf diesen letzten Punkt ging James H. Heineman ein, als er am Weizmann Institute ein Laboratorium einweihte, das nach seinem Vater Dannie benannt worden war.

„Were he standing in my place, ... (my father) would say that people can no longer escape people; and that borders erected in the name of the sanctity of nationhood only perpetuate human folly by hindering international cooperation and the peaceful pursuits of man.“ (Stünde [mein Vater] heute hier, würde er sagen, dass Menschen nicht länger anderen Menschen ausweichen können und dass die im Namen der Heiligkeit von Nationen errichteten Grenzen nur die menschliche Dummheit fortbestehen lassen, indem sie internationale Zusammenarbeit und das friedliche Streben der Menschen aufhalten.)

Die Projektförderung wird auf der Grundlage eines besonderen Koordinationsverfahrens vorbereitet und durchgeführt, das bei der als Hilfseinrichtung der Max-Planck Gesellschaft gegründeten Minerva-Stiftung, Gesellschaft für die Forschung mbH, betreut wird.

Der Dannie-Heineman-Preis

Im Jahre 1961 beschloss der Stiftungsvorstand, zu Ehren des Stifters und mit dessen Einverständnis einen Wissenschaftspreis von besonderem Profil und auf hohem Niveau einzurichten. Gelehrte von internationalem Ruf, vorzugsweise aber Naturwissenschaftler, sollten ausgewählt und mit dem Preis ausgezeichnet werden. Die Auswahl selbst, so betonte der damalige Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Konsul Dr. E. Nain, sollte „unter Wahrung größtmöglicher Objektivität“ erfolgen. Den notwendigen Sachverstand zur Ermittlung eines geeigneten Preisträgers suchte die Stiftung auf Anregung des Nobelpreisträgers Max Born bei der Göttinger Akademie der Wissenschaften. Mit dem damaligen Akademiepräsidenten Oskar Glemser und dem Geschäftsführenden Sekretär Karl Julius Hartmann wurde eine Vereinbarung zur Vergabe, Dotierung und feierlichen Verleihung des Dannie-Heineman-Preises getroffen.

Schon zu Beginn des Jahres 1962 wählte die Akademie als ersten Träger des Dannie-Heineman-Preises den Physiker James Franck aus. Franck bildet den Anfang in einer beeindruckenden Reihe von internationalen Preisträgern, von denen jeder einzelne seinen Wissenschaftszweig entscheidend beeinflusst hat. Von Anfang an sollte die Absicht verfolgt werden, mit diesem Preis jüngere Gelehrte auszuzeichnen und damit auch frühzeitig auf vielversprechende Forscherpersönlichkeiten hinzuweisen. Als man im Jahre 1990 eine neue Vereinbarung zur Vergabe des Dannie-Heineman-Preises traf, wurde diese Zielsetzung der Preisvergabe ausdrücklich festgeschrieben:

„Er soll für eine kürzlich veröffentlichte, hervorragende Arbeit insbesondere zu neuen und akuten Entwicklungen der Wissenschaft an einen aktiven, nach Möglichkeit jüngeren Gelehrten verliehen werden. In Betracht kommen vornehmlich Arbeiten auf dem Gebiet der Naturwissenschaften (Mathematik, Physik, Chemie, Biologie); jedoch können auch die Geisteswissenschaften berücksichtigt werden.“

Der Preis ist mit 30.000 EUR dotiert. Durch eine Teilung der Preissumme sollte neben der Auszeichnung des Forschers Wissenschaftsförderung betrieben werden. So erhält der Preisträger 20.000 EUR zur beliebigen Verfügung. 10.000 EUR stehen ihm projektgebunden für wissenschaftliche Zwecke zur freien Verfügung. Der Preisträger kann damit Symposien finanzieren, Stipendiaten vergüten, Reisekosten bestreiten oder Fachbücher und Arbeitsmaterial beschaffen.

Die Göttinger Akademie hat die Möglichkeit genutzt, mit dem Dannie-Heineman-Preis frühzeitig wichtige Entwicklungen auf dem gesamten Gebiet der Naturwissenschaften herauszustellen und vielversprechende Forscherpersönlichkeiten zu fördern. Sieben der Preisträger haben auch den Nobelpreis erhalten.

Der Dannie-Heineman-Preis wird alle zwei Jahre verliehen. Die Preisverleihung wird auf der feierlichen öffentlichen Jahressitzung der Akademie verkündet.

Die Stipendien


Das Doktorandenstipendium

In Andenken an den Stifter Dannie N. Heineman führt die Minna-James-Heineman-Stiftung seit Ende 1962 an der Universität Hannover ein nach ihm benanntes Stipendienprogramm durch. Das erste Dannie-Heineman-Doktorandenstipendium erhielt ein türkischer Diplomingenieur, der seine Doktorarbeit am Institut für elektrische Maschinen anfertigte.

Ziel ist es, deutsche oder ausländische Doktoranden an der Universität Hannover zu fördern, die an weiterqualifizierenden Forschungsprojekten im Bereich der Technik- oder Naturwissenschaften arbeiten.

Im Andenken an den Werdegang des Stifters soll die Förderung vorrangig im Bereich der Elektrotechnik und der Informationstechnik erfolgen. Das Stipendium sichert im wesentlichen den Lebensunterhalt des Stipendiaten während seiner wissenschaftlichen Arbeit, Aus- und Fortbildung.

Die Stipendiensätze sind den Stipendiensätzen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) angepasst. Es kann jeweils nur maximal drei Jahre eine Person gefördert werden.

Die Auswahl des geeignetsten Kandidaten erfolgt in der Verantwortung der Universität Hannover durch den Freundeskreis der Universität Hannover, Anträge sind an den Freundeskreis der Universität Hannover zu stellen.

Der James-Heineman-Forschungspreis

Im Jahre 1996 beschloß die Stiftung, den zum Gedenken an James Herbert Heineman zu verleihen, der im August 1994 verstorben war. Der Preis wird in Anerkennung hervorragender Forschungsleistungen auf dem Gebiet der Bio- und Medizinwissenschaften an Wissenschaftler mit akademischem Abschluß (z.B. Ph.D oder MD) verliehen, die noch keine Professur innehaben.

Der Preis wird an Wissenschaftler verliehen, die bei der Max-Planck-Gesellschaft, München, Deutschland, dem Heineman Institute of Cardiology, Charlotte, North Carolina, U.S.A., oder dem Weizman-Institute of Science, Rehovot, Israel, beschäftigt sind.

Die Verleihung findet im jährlichen Wechsel zwischen diesen Institutionen statt. Der Preis beläuft sich auf 60.000 EUR und soll nach Ermessen des Empfängers für die von ihm gewünschten Forschungszwecke ausgegeben werden, jedoch nicht für persönliche Ausgaben.

Die Kandidaten für den Preis werden von dazu an den einzelnen Institutionen gebildeten Komitees vorgeschlagen. Die Auswahlentscheidung trifft der Koordinationsausschuss der Stiftung.

Die Koordination des Auswahlverfahrens und die Auszahlung der Preissumme an den Bewerber erfolgt im Namen der Stiftung über die Minerva Stiftung, einer Tochter der Max-Planck-Gesellschaft.

Der Heinemanhof in Hannover

Der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes verfügt über einen mit 10.000 EUR ausgestatteten Sonderfonds, aus dem er gemeinnützige Institutionen im Raum Hannover unterstützt.

Gefördert wurde in den letzten Jahren das Alten- und Pflegeheim Heinemanhof, welches sich im ehemaligen Stammsitz der Stiftung befindet.